Was, wenn kontinuierliche Überwachung so einfach wäre wie das Anbringen eines Pflasters?
OnWard bewahrt Vitalwerte während der ersten kritischen Minuten eines medizinischen Notfalls, wenn keine professionelle Hilfe in der Nähe ist. Ein leichter Sensor wird wie ein Pflaster angebracht und beginnt im Moment des Anbringens mit der fortlaufenden Überwachung. So werden aus lückenhaften Beobachtungen Daten, die schnellere und sicherere Entscheidungen ermöglichen, noch bevor die Rettungskräfte eintreffen.
Für
ZHdK Zürcher Hochschule der Künste, Experience Design Minor Modul 2026
Arbeiten
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Produktdesign
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UX/UI-Design
Branding
Kontext
OnWard entstand im Rahmen des Experience-Design-Minor-Moduls an der ZHdK (Frühlingssemester 2026), gemeinsam mit Joana Stutz und Matteo Bruno. In Interviews mit medizinischen Fachpersonen haben wir gelernt, dass der Zugang zu Vitalwerten vom allerersten Moment eines Notfalls an die diagnostische Unsicherheit deutlich verringern und schnellere, sicherere Entscheidungen unterstützen kann. Doch genau in diesen ersten Minuten werden Vitalwerte selten dokumentiert.
Ein medizinischer Notfall auf 35'000 Fuss
Stell dir einen Langstreckenflug vor, Stunden vom nächsten Landeplatz entfernt, als ein Passagier zusammenbricht. Vielleicht ist eine medizinische Fachperson an Bord, vielleicht auch nicht. Es ist eine Hochrisikoumgebung ohne unmittelbare medizinische Infrastruktur und mit einer kritischen Entscheidung über eine Umleitung. Genau diese Lücke vor der klinischen Versorgung soll OnWard schliessen.
Anbringen, Antippen, Überwachen
Im Zentrum steht ein leichter Sensor, der wie ein Pflaster angebracht wird und fortlaufend Herzfrequenz, Atemfrequenz und Sauerstoffsättigung misst. Klare Signifikanten zeigen, wo er am Körper angebracht wird und wo ein Smartphone angetippt wird, um die Überwachung zu starten, ganz ohne App.
Ein Bildschirm, Daten zuerst
Das Interface folgt einem einzigen Prinzip: Daten zuerst. Vitalwerte und ihre Verläufe nehmen den grössten Raum ein und sind über einen einzigen durchgehenden Ablauf erreichbar, damit in der Hitze des Moments nichts gesucht werden muss. Fallnotizen erlauben es, per Sprache oder Text Kontext zu ergänzen, damit bei Übergaben nichts verloren geht. Für Laien ohne medizinische Ausbildung gibt ein OnWard-Avatar einen ruhigeren, menschlicheren ersten Eindruck vom Zustand der Patientin oder des Patienten, bevor die Zahlen übernehmen.
Durch Testing entwickelt
OnWard durchlief iteratives Testing mit unterschiedlichsten Nutzenden. Meilensteine waren die Verfeinerung von Form und Platzierung am Körper, die Verbindung über lokales WLAN, Bluetooth Low Energy und NFC sowie klare Signifikanten, von einem Abziehpfeil bis zu Platzierungsaufklebern, die die erstmalige Anwendung ohne Anleitung ermöglichen.
Gebaut mit heutiger Technologie
Der Sensor vereint einen ESP32-S3-Mikrocontroller mit einem MAX30102-Sensor für Herzfrequenz und SpO2 sowie einem photodetektorbasierten Atemfrequenzsensor. Ein einziges Antippen des NFC-Tags öffnet eine Bluetooth-Low-Energy-Verbindung zu einer schlanken Website, ganz ohne App-Installation, mit einem Captive Portal als Fallback, falls keine Internetverbindung besteht.
Rollout-Strategie
OnWard startet in kontrollierten Hochrisikoumgebungen wie Flügen und Fähren, bevor es auf den öffentlichen Verkehr ausgeweitet wird und schliesslich in die öffentliche Notfallinfrastruktur neben Geräten wie AEDs integriert wird.
Gebaut, um zurückzukehren
Über die einmalige Anwendung hinaus ist OnWard darauf ausgelegt, zurückzukommen: per Post zurückgeschickt, gereinigt, mit neuer Batterie und neuem Aufkleber versehen und zurück ins Lager gebracht, bereit für den nächsten Einsatz.
Eine Grundlage, kein fertiges Produkt
Wir haben OnWard als minimalen, verlässlichen Kern konzipiert, der mit der Zeit wachsen kann, hin zu einem Triage-System, prädiktiver Analyse und einer Integration mit Rettungsdiensten.